KI für Videoanalyse: Voraussetzungen und Ablauf im Betrieb
Eine Videoanalyse wertet vorhandene Kamerabilder automatisch aus und meldet vereinbarte Ereignisse – vom fehlenden Helm in der Gefahrenzone bis zur fertigen Portion in der Küche. Dieser Ratgeber zeigt, was Sie für den Start benötigen, wie ein Testlauf funktioniert und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.
· 6 Min. Lesezeit
Welche Voraussetzungen gelten für eine Videoanalyse per KI?
Die wichtigste Voraussetzung für eine Videoanalyse per KI: Kameras, die den relevanten Bereich gut erfassen. Oft reichen die vorhandenen, neue Hardware ist dann nicht nötig.
Für den Start genügt es, einen konkreten Prozess auszuwählen und folgende Bedingungen zu prüfen:
- Blickwinkel und Licht: Die Kamera muss das Ereignis klar sehen können. Für Zählaufgaben ist oft ein direkter Blick von oben auf die Zählzone nötig. Beleuchtung und Produktvarianten gehören zur Prüfung vor dem Start.
- Klare Ereignisdefinition: Das System benötigt ein klar beobachtbares Ereignis, zum Beispiel „Person ohne Helm in Zone A“ oder „Ein Teil fehlt an der Linie“.
- Freigabe von Aufnahmen: Für den Test benötigt das Projektteam zwei bis drei freigegebene Aufnahmen aus dem laufenden Betrieb, um Perspektive und Bildqualität zu sichten.
- Zugang und Ansprechperson: Sie benötigen Zugang zum Kamerasystem für den Abgriff des Videostreams sowie eine feste Ansprechperson im Betrieb.
- Betriebsrat: Kameraauswertungen am Arbeitsplatz stimmen wir in Deutschland vor dem Start mit dem Betriebsrat ab, da Zweck, Daten und Zugriff vorab feststehen müssen.
Ein Umbau an Kameras oder Maschinen ist nicht erforderlich. Die Videoanalyse greift lediglich das vorhandene Bild ab und wertet es aus.
Welche Ereignisse wertet eine Videoanalyse durch KI aus?
Diese Beispiele aus unserer Projekterfahrung zeigen, was im Betrieb messbar ist und welche Grenzen gelten:
Projekterfahrung: Arbeitsschutz im Werk. Für ein Aufbereitungswerk wertet das System 18 vorhandene Werkskameras aus. Es erkennt Personen ohne Helm, Personen in Gefahrenzonen und offenes Feuer. Jedes Ereignis wird mit Bild an die Systeme des Werks gemeldet. Eine zweite KI prüft die Meldungen noch einmal und filtert Fehlalarme heraus. Bei der Helmerkennung erreichte das System eine Erkennungsgüte von 94,5 % (Fachmaß mAP50). 93 % der als Helm gemeldeten Fälle waren richtig, und 91 % der vorhandenen Helme wurden gefunden. Diese Werte wurden an Testbildern eines Standorts (110 Bilder mit 221 Helmen, Februar 2025) gemessen, die nicht zum Anlernen verwendet wurden; in anderen Umgebungen können die Werte abweichen.
Wichtig für die Sicherheit: Die Gefahrenzonen-Warnung ist ein Assistenzsystem, keine Sicherheitsfunktion nach ISO 13849. Die Feuererkennung ist eine visuelle Frühwarnung als Ergänzung, sie ersetzt keine Brandmeldeanlage nach EN 54 oder VdS.
Im Betrieb: Portionen zählen per Video. Für einen Imbissbetrieb zählt die KI auf dem Bild der vorhandenen Küchenkamera die zubereiteten Portionen in einer markierten Zone. Das System erreichte im Test eine Übereinstimmung der Tagessumme von rund 95 % (35 gezählt, laut Betreiber 33 bis 37) und 79 % exakte Treffer je 30-Minuten-Abschnitt nach einer Optimierung. Die Ergebnisse kommen alle 30 Minuten per Messenger-Bot. Diese Werte wurden an einem Standort gemessen und mit den Zahlen des Betreibers verglichen. Voraussetzung für diese Genauigkeit ist eine richtig ausgerichtete Kamera über der Zählzone.
Im Betrieb seit 2026: Paketshops & Abholstellen. Für einen Betreiber von Abholstellen wertet das System Kameras mehrerer Standorte aus. Es erfasst Öffnungszeiten, Ausgaben und ihre Dauer, Kurier-Anlieferungen und Warteschlangen. Das System liefert stündlich einen Bericht je Standort per Messenger-Bot. Die KI-Kosten liegen hier bei unter 2 € pro Kamera und Monat im Betrieb, weil die KI nur alle zwei Minuten ein Bild auswertet. Für den Einsatz in Deutschland werten wir Abläufe aus, nicht einzelne Mitarbeitende.
Wie läuft ein Pilotprojekt in der Praxis ab?
Ein Pilotprojekt prüft die Zuverlässigkeit im Alltag. Es dauert rund vier Wochen und folgt diesem Ablauf:
- Blick und Aufgabe prüfen: Wir sichten freigegebene Aufnahmen oder den Einsatzort. Dabei klären wir Perspektive, Bildqualität, Ereignisdefinition und den Umgang mit Aufnahmen.
- Unter realen Bedingungen testen: Die Einrichtung erfolgt auf Ihrer vorhandenen Kamera. Der Test berücksichtigt typische Betriebszustände und schwierige Situationen. Erkannte und übersehene Ereignisse werden mit einer manuellen Auswertung verglichen.
- Reaktion und Betrieb planen: Sie erhalten ein Pilotprotokoll. Dieses Protokoll zeigt erkannte Ereignisse, Fehlmeldungen und übersehene Fälle anhand der geprüften Aufnahmen. So lässt sich der Nutzen im Arbeitsalltag beurteilen.
Das Protokoll enthält zudem einen Vorschlag zu Meldungsweg, Zuständigkeiten, benötigter Technik und weiterem Testumfang. Trägt der Pilot nicht, steht das ehrlich im Protokoll.
Was kostet die Einführung im Betrieb?
Die Kosten hängen vom Anwendungsfall und der Anzahl der Kameras ab. Der Preis für den Pilot wird mit den Betriebskosten der ersten zwölf Monate verrechnet. Die folgenden Orientierungspreise gelten für den kleinsten sinnvollen Umfang.
| Leistung | Preis (netto) |
|---|---|
| Erst-Check (Blickwinkel prüfen, Skizze) | kostenlos |
| Pilot (1 Ereignis, 1 Perspektive, ca. 4 Wochen) | ab 3.900 € (wird angerechnet) |
| Betrieb: Zählen und Belegung | ab 39 € je Kamera / Monat |
| Betrieb: Arbeitsschutz, Küche, Diebstahl | ab 59 € je Kamera / Monat |
| Anbindung an Kassensystem, WMS oder ERP | ab 900 € je System |
Ab 10 Kameras sinken die Betriebskosten durch Staffelpreise (zum Beispiel auf 45 € je Kamera für Arbeitsschutz), ab 25 Kameras weiter (auf 35 € je Kamera). Neue Kameras, Netzwerkumbau oder sicherheitsbezogene Anwendungen sind im Pilotpreis nicht enthalten und müssen separat geprüft werden.
Wie steht es um Datenschutz und Mitbestimmung?
Technische Einrichtungen, die Verhalten oder Leistung von Beschäftigten überwachen können, unterliegen nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG der Mitbestimmung des Betriebsrats. Das gilt schon, wenn eine Kamera das technisch könnte, auch wenn sie dafür nicht gedacht ist. Wir beziehen Betriebsrat und Datenschutz vor dem Start ein und liefern die technischen Angaben für Ihre Datenschutz-Folgenabschätzung.
Für die Verarbeitung personenbezogener Daten in Ihrem Auftrag schließen wir vor der ersten Datenübergabe einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO. Darin und in den Technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOM) halten wir fest, welche Daten verarbeitet werden, wer Zugriff hat und wann gelöscht wird. Personenbezogene Daten von Kunden in der EU verarbeiten wir in Rechenzentren in der EU. Wenn Sie es verlangen, betreiben wir das System bei einem Anbieter in Deutschland oder auf Ihren eigenen Servern.
Für einen Überblick zu unseren Maßnahmen lesen Sie die Details zu Sicherheit und Datenschutz.
Der nächste Schritt: Kostenloser Erst-Check
Bevor Sie Geld ausgeben, sehen wir uns Ihren Ablauf an. Der einfachste erste Schritt: Sie zeigen uns den Ablauf in einem kurzen Videocall von 30 bis 60 Minuten, gern mit einem kurzen Handyvideo oder ein paar Fotos vorab. Alternativ schicken Sie uns ein Bild aus einer Kamera und wir prüfen, was die KI darauf erkennt.
Nach etwa zwei Wochen erhalten Sie eine Skizze mit Ansatz, Machbarkeit, Grenzen und einem Festpreis für den nächsten Schritt. Wir prüfen dabei auch, ob ein Förderprogramm für Ihr Vorhaben in Frage kommt. Danach entscheiden Sie ohne Verpflichtung, ob Sie starten möchten. Auch „lieber nicht umsetzen“ ist ein mögliches Ergebnis. Buchen Sie hier Ihren kostenlosen Erst-Check.
Quellen
Mit KI-Unterstützung erstellt, gegen die Angaben auf unseren Seiten geprüft und von DDC redaktionell freigegeben. Keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Was Sie vor dem Start wissen möchten.
Muss ich für die Videoanalyse KI-fähige Kameras kaufen?
Nein, die Videoanalyse nutzt Ihre vorhandenen Kameras. Die Bildauswertung läuft je nach Anforderung auf Ihren eigenen Servern oder in einem Rechenzentrum in der EU. Ein Umbau an Kameras oder Maschinen ist nicht nötig.
Was passiert bei Fehlalarmen?
Je nach Anwendung prüft eine zweite KI jede Meldung noch einmal und filtert Fehlalarme heraus. Im Pilotprotokoll stehen Treffer, Fehlmeldungen und übersehene Fälle, damit Sie selbst urteilen können, wie gut das System in Ihrem Alltag funktioniert.
Werden unsere Kamerabilder zum Training von KI-Modellen genutzt?
Wir trainieren mit Ihren Daten keine Modelle für andere Kunden. Bei externen Anbietern wählen wir Bedingungen ohne Training mit Kundendaten und halten das im Auftragsverarbeitungsvertrag fest.
Was passiert nach dem Ende eines Projekts mit unseren Daten?
Wir löschen Ihre Daten oder geben sie zurück, wie im AVV vereinbart, und bestätigen die Löschung schriftlich.
Vom Artikel zum eigenen Ablauf.
Was soll in Ihrem Betrieb besser laufen?
Beschreiben Sie einen Ablauf, der heute Zeit bindet. Wir besprechen, wo Automatisierung ansetzen kann und welche Informationen für einen belastbaren nächsten Schritt fehlen.
Hilfreich: heutiger Ablauf, Häufigkeit und das gewünschte Ergebnis.
HEINRICH SCHNEIDER / DDC
heinrich@ddc.companyLieber per E-Mail? Schreiben Sie uns direkt.
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